Nordische Länder interessieren sich für Zuckerrohr-Ethanol
Helsinki, 10. September (AFP) - Der brasilianische Präsident Luiz Inácio
Lula da Silva hat eine Europareise begonnen, auf der er für die in seinem Land
verbreiteten Biokraftstoffe werben will. Nach seiner Ankunft am Sonntag in
Finnlands Hauptstadt Helsinki wollte er am Montag mit seiner finnischen
Kollegin Tarja Halonen und Regierungschef Matti Vanhanen zusammentreffen.
Anschließend sind Stationen in Schweden, Dänemark und Norwegen geplant.
Lula will auf der Reise einerseits für Investitionen in den
Biokraftstoffsektor in seinem Land werben, andererseits hofft er auf das
Erschließen neuer Märkte in Skandinavien. Norwegen und Finnland planen, mehr
Biokraftstoff aus <em>Brasilien</em> [1] zu importieren. Schweden will sogar bis 2020 alle
Autos darauf umstellen.
Brasilien ist der weltgrößte Hersteller des Treibstoffs Ethanol, der in dem
südamerikanischen Land aus Zuckerrohr gewonnen wird. Umweltschützer
befürchten, dass für den Export von Biokraftstoffen nach Europa Regenwälder
abgeholzt werden. Ein großer Teil der Autos in Brasilien ist mit Motoren
ausgerüstet, die sowohl mit herkömmlichem Treibstoff als auch mit
Biokraftstoff laufen.